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ROTER MORGEN online 3, 2009


Nachruf


KPD trauert um Genossen Wolf-Jürgen Herzog (Kafka)

Am 23. Mai verstarb nach schwerer Krankheit, jedoch für uns völlig unerwartet, der Sekretär des Zentralkomitees der KPD, Genosse Wolf-Jürgen Herzog. Seinen Freunden und Genossen war er vor allem unter seinem Spitznamen „Kafka“ bekannt.

Kafka gehörte der KPD bzw. der damaligen KPD/ML seit den 70er Jahren an. Dem Zentralkomitee der KPD gehörte er seit der schwierigen, von schweren innerparteilichen Kämpfen geprägten Zeit zwischen dem 10. und dem 11. Parteitag an. Auf dem 10. Parteitag 2001 hatte eine opportunistische und liquidatorische Strömung die Mehrheit in der KPD erobert und beinahe die Zerstörung der Partei bewirkt.

Kafka gehörte zu denjenigen Kräften innerhalb der Partei und des ZK, die – wenn auch zunächst zögerlich und nicht konsequent – diese parteifeindliche Strömung bekämpft und schließlich mit dem Rechenschaftsbericht und den Beschlüssen des 12. Parteitags im November 2008 zurückgewiesen haben. Am Zustandekommen des 12. Parteitags und an seinen Ergebnissen hatte Kafka maßgeblichen Anteil.
Kafkas politischer Lebensweg war nicht frei von Fehlern und Brüchen. Seine Irrtümer und Fehler hat er jedoch, sobald er sie erkannt hat, stets korrigiert und sich dazu bekannt. Das hat er mehrfach bewiesen.

Vor allem in den letzten beiden Jahren widmete sich Kafka mit seiner ganzen Kraft und seiner Erfahrung dem Kampf um die Vereinigung der Marxisten-Leninisten in Deutschland, die Überwindung ihrer Differenzen und die Schaffung einer starken, in der Arbeiterklasse verankerten kommunistischen Partei. Sein Tod reißt eine schmerzliche Lücke in unsere Reihen.

Wir werden sein Andenken in Ehren halten und seinen Kampf weiterführen!

Seiner Frau und seiner Familie sprechen wir unser tiefempfundenes Beileid aus.

ZK der KPD
25. Mai 2009

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